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Das Friedrich-Miescher-Laboratorium feiert Geburtstag

Monday 29.06.2009 08:00

Von: Susanne Diederich

Die Nachwuchsschmiede der Max-Planck-Gesellschaft blickt auf 40 Jahre erfolgreicher Forschung zurück

Tübingen, 29. Juni 2009. Das Friedrich-Miescher-Laboratorium des Max-Planck-Campus Tübingen feiert am 3. Juli 2009 sein 40-jähriges Jubiläum. Es wurde nach dem Schweizer Mediziner Friedrich Miescher benannt, der vor 140 Jahren in Tübingen die DNA entdeckte. Mehrere bedeutende Wissenschaftler, unter anderem die Nobelpreisträgerin Christiane Nüsslein-Volhard, arbeiteten und forschten hier. Zurzeit wollen vier Nachwuchsgruppen am Friedrich-Miescher-Laboratorium herausfinden, wie die genetische Information der Zelle auf der DNA gespeichert ist und wie sie zuverlässig vererbt wird.

Die heutigen Mitarbeiter des Friedrich-Miescher-Laboratoriums; Foto: Bernd Schuller / Friedrich-Miescher-LaboratoriumDas Friedrich-Miescher-Laboratorium (FML) wurde 1969 von der Max-Planck-Gesellschaft zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses gegründet. Es bietet herausragenden jungen Forschern die Möglichkeit, über einen Zeitraum von mehreren Jahren eine Arbeitsgruppe aufzubauen, eigene Forschungsideen zu verwirklichen und damit eine unabhängige Karriere zu starten. Über die letzten 40 Jahre haben am FML mehr als 25 Nachwuchsgruppen an verschiedensten biologischen Fragestellungen gearbeitet.

Zurzeit forschen am FML vier Arbeitsgruppen, von denen sich drei mit der Zellteilung beschäftigen. So erforscht die Gruppe von Silke Hauf, wie die Erbinformation bei der Zellteilung zuverlässig auf die beiden Tochterzellen verteilt wird. Die Nachwuchswissenschaftler um Dmitri Ivanov untersuchen einen Eiweißkomplex, der die identischen Kopien der Erbinformation zusammenhält, bis sie auf die entstehenden Tochterzellen verteilt werden. Die Gruppe von Wolfram Antonin beschäftigt sich mit der Frage, wie am Ende der Zellteilung die Erbinformation von einer Kernhülle umschlossen wird. Ergänzend dazu entwickelt Gunnar Rätsch mit seinen Mitarbeitern moderne bioinformatische Methoden, mit Hilfe derer Computer in der Erbinformation Gene finden können.

Die Wissenschaftler der einzelnen Gruppen teilen sich die Laborausstattung und kümmern sich gemeinsam um die Organisation des Laboratoriums. “Durch die enge Zusammenarbeit zwischen unseren Gruppen sowie das internationale Umfeld hier am Campus entsteht ein sehr inspirierendes Forschungsumfeld”, sagt Wolfram Antonin (36), Gruppenleiter am FML.

“Die Zeit am Friedrich-Miescher-Laboratorium hat den Grundstein meiner wissenschaftlichen Karriere gelegt“, sagt Reinhard Kurth, bis 2008 Leiter des Robert-Koch-Instituts in Berlin. „Hier habe ich die Freiheit bekommen, meine eigenen Ideen zu verwirklichen und mich unabhängig von bestehenden Abteilungen und deren Direktoren zu entwickeln“. Gemeinsam mit Friedrich Bonhoeffer gehört er zu den ersten Wissenschaftlern, die am FML arbeiteten. Auch Nobelpreisträgerin Christiane Nüsslein-Volhard forschte hier Anfang der achtziger Jahre als Nachwuchsgruppenleiterin. Heute leitet sie die Abteilung Genetik am benachbarten Max-Planck-Institut für Entwicklungsbiologie und ist die geschäftsführende Direktorin des FML.

Das Friedrich-Miescher-Laboratorium trägt seinen Namen zum Andenken an den Schweizer Mediziner Friedrich Miescher. Er hat vor 140 Jahren im Tübinger Schloss die Nukleinsäure entdeckt. Heute wissen wir, dass es sich dabei um die Desoxyribonukleinsäure handelt, kurz DNS oder – wie im Englischen – DNA genannt. Diese kommt in allen Zellkernen vor und ist Träger der Erbinformation.

Hinweise für Redaktionen
Anlässlich des Jubiläums findet am 3. Juli 2009 von 9:00 bis 17:00 Uhr ein Symposium im Max-Planck-Haus, Spemannstr. 36, in Tübingen statt. Auf Anfrage können Interviews mit den Gruppenleitern des FML vermittelt werden. Bitte senden Sie uns bei Veröffentlichung einen Beleg.


Ansprechpartner
Dr. Wolfram Antonin
Tel: +49 7071-601-836,
E-Mai: wolfram.antonin[at]tuebingen.mpg.de
 
Dr. Susanne Diederich (Presse- und Öffentlichkeitsabteilung)
Tel: +49 7071-601-333
E-Mail: presse[at]tuebingen.mpg.de

Das Friedrich-Miescher-Laboratorium (FML) ist ein Forschungsinstitut der Max-Planck-Gesellschaft, benannt nach Friedrich Miescher, einem berühmten Schweizer Biologen, der in Tübingen die DNA entdeckte. Das FML ist Teil des Max-Planck-Campus Tübingen, auf dem sich auch die Max-Planck-Institute für Entwicklungsbiologie und für biologische Kybernetik befinden. Am FML arbeiten zur Zeit vier unabhängige Forschungsgruppen an verschiedenen biologischen Fragestellungen.

Druckfähige Bilder

Die Verwendung der Bilder ist im Rahmen der redaktionellen und wissenschaftlichen Berichterstattung über den Inhalt der Presseinformation honorar- und genehmigungsfrei. Jede weitere Nutzung, insbesondere zu werblichen und politischen Zwecken, bedarf der vorherigen Genehmigung. Weitere Informationen hierzu erhalten Sie in der Presse- und Öffentlichkeitsabteilung. Bitte senden Sie uns bei Veröffentlichung einen Beleg. Für die Druckversion bitte auf das Bild klicken.
Die heutigen Mitarbeiter des Friedrich-Miescher-Laboratoriums; Foto: Bernd Schuller / Friedrich-Miescher-Laboratorium
Spalthefezellen während der Meiose, einer spezifischen Art der Zellteilung, bei der Keimzellen gebildet werden. Eines der Chromosomen ist grün fluoreszierend markiert; Foto: Ashapurno Biswas / Friedrich-Miescher-Laboratorium
Wolfram Antonin will wissen, wie die Erbinformation am Ende der Zellteilung wieder von einer Kernhülle umschlossen wird; Foto: Bernd Schuller / Friedrich-Miescher-Laboratorium
Die Gruppe von Dmitri Ivanov untersucht, wie der ringförmige Eiweißkomplex funktioniert, der die identischen Kopien der Erbinformation zusammenhält, bis sie auf die Tochterzellen verteilt werden, Foto: Bernd Schuller / Friedrich-Miescher-Laboratorium
Silke Hauf möchte verstehen, wie die Erbinformation bei der Zellteilung zuverlässig auf die Tochterzellen verteilt wird, Foto: Bernd Schuller / Friedrich-Miescher-Laboratorium
Die Arbeitsgruppe von Gunnar Rätsch entwickelt bioinformatische Methoden, mit denen untersucht werden kann, wie RNA und Proteine gebildet werden, Foto: Bernd Schuller / Friedrich-Miescher-Laboratorium