Christiane Nüsslein-Volhard im Juli zweifach geehrt

Das wissenschaftliche Lebenswerk von Christiane Nüsslein-Volhard wurde im Juli gleich zweimal gewürdigt. Am 20. Juli erhielt die Entwicklungsgenetikerin die Mendel-Sondermedaille der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina für ihre herausragenden Pionierleistungen. Gerald Haug, Präsident der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina, überreichte gemeinsam mit Vizepräsidentin Ulla Bonas die Sondermedaille. Die Verleihung fand in Halle (Saale) im Rahmen eines Festsymposiums anlässlich des 200. Geburtstages von Gregor Mendel statt.

Zugleich erhielt Christiane Nüsslein-Volhard wenige Tage vorher die Ehrendoktorwürde der Universitat Pompeu Fabra (UPF) in Barcelona, Spanien. Die Laudatio wurde von Cristina Pujades gehalten, die Patenschaft übernahm David Comas, beides Professoren der Fakultät für Medizin und Biowissenschaften. Rektor Oriol Amat überreichte die Urkunde.

Für ihre Entdeckungen von Genen, die die Entwicklung von Tier und Mensch steuern, sowie den Nachweis von gestaltbildenden Gradienten im Fliegenembryo hat Christiane Nüsslein-Volhard zahlreiche Auszeichnungen, Ehrendoktorate und Preise erhalten, unter anderem den Leibnitzpreis der Deutschen Forschungsgemeinschaft (1986), den Albert Lasker Medical Research Award (1991) und den Nobelpreis für Medizin (1995). Sie ist Mitglied der Royal Society (England), der National Academy (USA), des Ordens pour le mérite (Deutschland), der Leopoldina (Deutschland), der Berlin-Brandenburgischen Akademie (Deutschland), der Kurie der Wissenschaft (Österreich) und der Académie des Sciences (Frankreich).

Die Ehrensenatorin der Max-Planck-Gesellschaft ist seit 2005 Mitglied des Scientific Council des European Research Councils (ERC) der Europäischen Union, seit 2010 ist sie Vizekanzlerin des Ordens Pour Le Mérite. 2004 gründete sie die Christiane Nüsslein-Volhard Stiftung zur Unterstützung junger Wissenschaftlerinnen mit Kindern.