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Schiller-Preis an Christiane Nüsslein-Volhard verliehen


Die Stadt Marbach am Neckar ehrte die Nobelpreisträgerin Christiane Nüsslein-Volhard am 10. November mit dem Schillerpreis. In herausragender Weise der Denktradition Friedrich Schillers verpflichtet, habe die Entwicklungsbiologin und Genetikerin Mut und souveränen Geist bewiesen, forschungsethische Prinzipien zu fördern. Mit ihren zahlreichen Aufgaben in Stiftungen und Kommissionen habe sie sich dadurch weit über die Fachwelt hinaus einen Namen gemacht, begründete die Jury ihre Wahl.

Besonders gewürdigt wurde in diesem Zusammenhang ihre Verantwortung als Wissenschaftlerin, die sie mit ihren Arbeiten in der Genforschung immer wieder vorgelebt habe. Mit dieser Vorbildfunktion habe sie entscheidend die Aspekte von Moral und Freiheit in der Forschung im Sinne des Freiheitsgedankens Friedrich Schillers geprägt: “Man muss im Labor der Forscherin gewesen sein, um empfinden zu können, mit welcher Empathie die zu Ehrende sich den Kostbarkeiten der Natur zuwendet“, betonte Horst Bredekamp, Kunsthistoriker und Schillerpreisträger des Jahres 2017 in seiner Laudatio.  

Während ihrer Danksagung sprach sich Christiane Nüsslein-Volhard für eine Forschung jenseits der reinen Verwertungslogik aus und gab Einblicke in ihre aktuellen Arbeiten am Max-Planck-Institut für Entwicklungsbiologie. Die Vermittlung der Entdeckungen auf den Gebieten der Gentechnik sowie der Embryonen- und Stammzellforschung und deren Bedeutung für die Zukunft des Menschen ist für sie von zentraler Bedeutung. Von 2001 bis 2006 gehörte Nüsslein-Volhard dem Nationalen Ethikrat der Bundesregierung an. 2004 gründete sie die Christiane Nüsslein-Volhard Stiftung zur Unterstützung junger Wissenschaftlerinnen mit Kindern.

Der Friedrich Schiller-Preis wurde erstmals von der Stadt Marbach im Jahr 1959 zum Anlass des 200. Geburtstags des Dichters verliehen. Seither werden alle zwei Jahre Persönlichkeiten ausgezeichnet, die in ihrem Leben oder Wirken der Denktradition Friedrich Schillers verpflichtet sind.


Christiane Nüsslein-Volhard (Foto: Bettina Flittner / Max-Planck-Institut für Entwicklungsbiologie)