Susana Coelho ist neue Direktorin am MPI für Entwicklungsbiologie

Biologin intensiviert Forschungen zur Evolution, Entwicklung und Reproduktion lebender Organismen

Foto: Jean-Claude Winkler

Mit der Ernennung von Susana Coelho als Direktorin am Max-Planck-Institut für Entwicklungsbiologie wird die Vertiefung der Forschungsschwerpunkte in der Evolutionsbiologie weiter vorangetrieben. Die Arbeiten von Coelho lieferten für die Evolutionsforschung neue und entscheidende Erkenntnisse im Bereich der geschlechtlichen Vermehrung. Anhand des Modellorganismus der Braunalgen wirft die Biologin ein neues Licht auf die Fortpflanzungsweisen und sexuellen Lebenszyklen von Lebewesen.

"Susanas Forschungsprogramm ist eine fantastische, hochgradig komplementäre Ergänzung für unser Institut, welches eine große Vielfalt an Forschungsfragen und Organismen sehr schätzt. Es ist ein toller Erfolg, dass wir eine so hervorragende Kollegin von Weltklasse gewinnen konnten", sagte Detlef Weigel, Geschäftsführender Direktor des Instituts. 

Das Erbgut von Lebewesen wird während der sexuellen Fortpflanzung stets neu kombiniert. Während zentrale Prozesse, die das Geschlecht während der Meiose und Syngamie von Zellen definieren, universell sind, blieben Systeme zur Geschlechtsbestimmung in der Evolution nicht einheitlich, sondern stets sehr vielfältig und veränderlich.

Diese Umbrüche in der Entwicklungsgeschichte lebender Organismen haben stets tiefgreifende evolutionäre und ökologische Konsequenzen. Dennoch blieben viele wissenschaftliche Fragestellungen über Mechanismen, Ursachen und Folgen dieser Veränderungen ungeklärt.

Anhand der Merkmale von Braunalgen will Coelho neue Erkenntnisse über die funktionellen Grundlagen gewinnen, die mit solchen starken Veränderungen in der Evolution und ihre Auswirkungen auf Lebewesen und Ökologie verbunden sind.

Susana Coelho ist gebürtige Portugiesin und schloss ihre Dissertation an der Marine Biological Association im Labor von Colin Brownlee (Plymouth, Vereinigtes Königreich) ab. Als Postdoc trieb sie gemeinsam mit Akira Peters und Mark Cock zur Etablierung der Braunalge Ectocarpus als Modellorganismus in der Evolutionsforschung bei.

Seit 2006 arbeitete sie am Centre National de la Recherche Scientifique (CNRS) in Roscoff und intensivierte ihre Forschungsarbeiten zum Lebenszyklus und zur Fortpflanzung von Braunalgen. Seit 2010 leitete sie zusammen mit Mark Cock das Algengenetik-Team an der Biologischen Station von Roscoff und wurde 2015 zur Forschungsdirektorin am CNRS in Roscoff ernannt.

Coelho leitete mehrere Forschungsprojekte zur Evolution und Entwicklung von Braunalgen, darunter zwei ERC-Grants (SEXSEA und TETHYS). Sie ist Trägerin der Bronzemedaille des CNRS (2015) und des Trogoboff-Preises der Französischen Nationalen Akademie der Wissenschaften (2017).