Susana Coelho mit dem Coups d'Elan-Preis geehrt

Susana Coelho, Direktorin der wissenschaftlichen Abteilung für Algenentwicklung und -evolution am Max-Planck-Institut für Entwicklungsbiologie in Tübingen, wird mit dem französischen Coups d'Elan-Preis der Bettencourt Schueller Stiftung ausgezeichnet. Mit dem Preis werden ihre wissenschaftlichen Leistungen gewürdigt, die neue Einblicke in die Evolutionsforschung und sexuelle Fortpflanzung von Lebewesen verschaffen. Der Preis ist mit 250.000 Euro dotiert und wurde am 30. November während einer aus Paris übertragenen virtuellen Zeremonie verliehen.

Dr. Susana Coelho

Susana Coelho, die seit September dieses Jahres am Max-Planck-Institut für Entwicklungsbiologie in Tübingen forscht, genießt mit ihren Erkenntnissen über die Entstehung und Entwicklung der Geschlechter und sexuellen Lebenszyklen lebender Organismen große internationale Anerkennung. Aufbauend auf den besonderen Eigenschaften der Braunalge als Modellorganismus will Coelho neue Einblicke in die Funktionsprinzipien und Mechanismen der Evolution und deren Auswirkungen auf Lebewesen und Ökologie gewinnen.

Entsprechend dem Motto "bringing talent to the top" fördert der Coups d'Elan-Preis Forscherinnen und Forscher an der Schwelle zu neuen und bahnbrechenden Entdeckungen. Dies gilt auch für Susana Coelho, die den Wirkungsweisen, Ursachen und Folgen plötzlicher Veränderungen in der Evolution von Lebewesen weiter auf den Grund gehen will. Eines ihrer nächsten Ziele ist der Aufbau einer internationalen Wissensplattform rund um die Phänotypisierung von Braunalgen, die mit dem Preisgeld unterstützt werden wird.

"Mit diesem Preis ermöglicht die Bettencourt Schueller Stiftung dem Centre National de la Recherche Scientifique (CNRS) in Roscoff, meinem früheren Wirkungsort, das bisher gewonnene Wissen über Braunalgen weiter zu vertiefen. Besonders freue ich mich für mein ehemaliges Forschungsteam, mit dem ich weiterhin zusammenarbeiten werde. Die Roscoff-Plattform wird das breite Spektrum der genetischen und genomischen Ressourcen, die wir hier am Max-Planck-Institut für Entwicklungsbiologie in Tübingen entwickeln, hervorragend ergänzen", sagt Susana Coelho. "Die Idee ist, eine international geöffnete Plattform zur Phänotypisierung von Algen in Tubingen und Roscoff aufzubauen, um das Wissen über diese Organismen zu erweitern."

Bevor Susana Coelho zur Max-Planck-Gesellschaft kam, arbeitete sie als führende Forscherin am Centre National de la Recherche Scientifique (CNRS) in Roscoff, Frankreich, wo sie 2015 zur Direktorin ernannt wurde. Während dieser Zeit wurde sie mit der Bronzemedaille des CNRS und dem Trogoboff-Preis der Französischen Nationalen Akademie der Wissenschaften ausgezeichnet.

Die Ehrung Coups d'Éan pour la Recherche Française wurde im Jahr 2000 von der Bettencourt-Schueller-Stiftung ins Leben gerufen. Seitdem haben mehr als 50 französische Laboratorien von dieser besonderen Honoration profitiert. Sie wird jedes Jahr an vier öffentliche biomedizinische Forschungsteams von INSERM (Institut National de la Santé et de la Recherche Médicale) und dem Institut für Biowissenschaften des CNRS in Frankreich verliehen. Aufgrund der Pandemie-Situation wird der Preis in diesem Jahr im Rahmen einer virtuellen Zeremonie überreicht, die von Paris aus übertragen wird.