Nikos Logothetis hält an seiner Entscheidung fest

14.12.2016 13:07
By: Beate Fülle

Tübingen, 14. Dezember 2016. Aufgrund immer wieder eintreffender Nachfragen möchten wir zur Forschung mit nicht-humanen Primaten am Max-Planck-Institut für biologische Kybernetik in Tübingen den aktuellen Sachstand zusammenfassen.

Prof. Nikos Logothetis hält an seiner Entscheidung fest, „nach Abschluss der laufenden und bereits genehmigten Experimente an Primaten zukünftig ausschließlich an Nagetieren zu forschen“ (siehe auch Meldung vom 30. April 2015). Die Mehrheit der Versuche mit nicht-humanen Primaten ist bereits abgeschlossen. Drei noch verbleibende Studien werden voraussichtlich bis Ende April 2017 beendet. Für eine dieser Versuchsreihen wurde im Oktober 2016 ein Neuantrag beim Regierungspräsidium Tübingen eingereicht. Dies wurde notwendig, um bereits gewonnene Daten aus einem früheren Projekt zu vervollständigen. Auch diese Studie wird Ende April 2017 beendet sein.

Ein Teil der Tiere wird aufgrund notwendiger histologischer Untersuchungen gemäß den Versuchsanträgen eingeschläfert, für die verbleibende kleine Anzahl an Tieren wird derzeit nach geeigneten aufnehmenden Einrichtungen im wissenschaftlichen Bereich gesucht.

Ungeachtet der Entscheidung von Prof. Logothetis seine Abteilung betreffend, hält die Max-Planck-Gesellschaft – wie schon in ihrer Stellungnahme vom 30. April 2015 dargelegt – an der Forschung mit nicht-humanen Primaten fest. Sie tut dies aus der Überzeugung heraus, dass dies nach wie vor der einzige Weg ist, um zu einem tiefer gehenden Verständnis über die komplexen neurophysiologischen Vorgänge des Gehirns zu gelangen.

Die Max-Planck-Gesellschaft prüft im Rahmen ihrer Verfahren derzeit die Weiterführung der Primatenforschung am Max-Planck-Institut für biologische Kybernetik. Sie fühlt sich dabei auch durch die jüngsten Erfolgsmeldungen aus der Primatenforschung bestärkt: So ist es Forschern der EPFL in Lausanne gelungen, mittels eines Hirnchips die Bewegungsfähigkeit bei einem gelähmten Primaten wieder herzustellen. Das ist ein entscheidender Schritt, um mit dieser Technik irgendwann auch querschnittgelähmten Menschen die Kontrolle über ihre Beine zurückzugeben.

(aktualisierte Fassung der Meldung vom 18.11.2016)

 

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