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Acht Millionen Euro für Visual Computing

Max-Planck-Forscher beteiligen sich an einem neuen transregionalen Sonderforschungsbereich


Bewegungssimulator am Max-Planck-Institut für biologische Kybernetik: Die Forscher untersuchen die Verarbeitung von visuellen Informationen im Gehirn, wie sie beispielsweise bei realistischen Flugsimulatoren entstehen. Bild: Julia Mihatsch / Max-Planck-Institut für biologische Kybernetik. Tübingen, 22. Mai 2015. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft hat die Einrichtung eines neuen transregionalen Sonderforschungsbereiches bewilligt und unterstützt die Forschung zunächst für vier Jahre mit rund acht Millionen Euro. Das Verbundprojekt wird von den Universitäten Stuttgart und Konstanz getragen. Das Max-Planck-Institut für biologische Kybernetik in Tübingen ist in die geplanten Aktivitäten eingebunden. Der neue SFB/Transregio 161 "Quantitative Methods for Visual Computing" befasst sich mit der computergestützten Verarbeitung und Darstellung von Bildinformationen mit dem Ziel, die Qualität und Anwendbarkeit von Daten und Bildern mess- und bestimmbar zu machen.

Die Forscherteams des Sonderforschungsbereichs konzentrieren sich beispielsweise auf die Wirkung von virtuellen Umgebungen und Städtemodellen auf den Menschen, die Erfassung und Darstellung dreidimensionaler Daten von realen Szenen oder aus Simulationen und auf neue Technologien wie Brain-Computer-Interfaces. Enthält die Darstellung alle wichtigen Informationen? Wie anstrengend ist es für einen Menschen, diese zu erfassen? Welchen Mehrwert bieten neue Interaktionsmöglichkeiten? Diese und ähnliche Fragen sollen die anstehenden Forschungsaktivitäten beantworten.

Das Max-Planck-Institut für biologische Kybernetik beschäftigt sich mit der Signal- und Informationsverarbeitung im Gehirn. Die Arbeitsgruppe von Dr. Lewis Chuang in der Abteilung für Wahrnehmung, Kognition und Handlung von Prof. Heinrich Bülthoff forscht an der Interaktion zwischen Mensch und Maschine. "Auch wenn uns das meistens nicht bewusst ist, so ist das menschliche Wahrnehmungssystem begrenzt in seiner Leistung und anfällig für Fehlinterpretationen. Das lässt sich leicht anhand von optischen Täuschungen demonstrieren", sagt der Psychologe und Neurowissenschaftler Chuang. "Unsere Arbeitsgruppe unterstützt die Forscher an den Universitäten Stuttgart und Konstanz bei der Entwicklung verschiedener Visual-Computing-Methoden, die auf die menschliche Wahrnehmung abgestimmt sind."

Hinter Visual Computing verbirgt sich die computergestützte Verarbeitung und Darstellung von Bildinformationen. Dazu zählen zahlreiche Anwendungen, etwa die Visualisierung von Messdaten oder Simulationen, virtuelle Landkarten und Rundfahrten oder computergenerierte Filmszenen. "Informatiker verschiedener Fachbereiche entwickeln zusammen mit Ingenieuren und Psychologen neue Techniken, um die Darstellung und den Umgang mit stetig wachsenden Datenmengen zu vereinfachen und die Qualität computergenerierter Bilder weiter zu erhöhen", sagt Prof. Daniel Weiskopf, Sprecher des neuen Forschungsverbundes. "Bislang wird jedoch die Quantifizierbarkeit von Visual-Computing-Methoden häufig vernachlässigt. Dieser Herausforderung wollen wir uns stellen.

"Ziel der rund 40 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des neuen Verbundprojektes ist es, die Qualität und Genauigkeit bestehender und neuer Visual-Computing-Methoden mess- und bestimmbar zu machen und auf die Bedürfnisse unterschiedlicher Anwendungen und Nutzer abzustimmen. "Wir werden Studien und Messungen durchführen, Visualisierungen prüfen und Interaktionsmöglichkeiten untersuchen", erläutert Prof. Oliver Deussen von der Universität Konstanz.

Die von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderten Sonderforschungsbereiche sind auf die Dauer von bis zu zwölf Jahren angelegte Forschungseinrichtungen einer Universität. Ein SFB/Transregio erstreckt sich dabei auf mehrere Forschungsstandorte. Der SFB/Transregio 161 "Quantitative Methods for Visual Computing" wird seine Forschungsarbeit zum 1. Juli aufnehmen.


Ansprechpartner:
Dr. Lewis Chuang
Tel.: 07071 601- 608
E-Mail: lewis.chuang(at)tuebingen.mpg.de

Christina Bornschein (Presse- & Öffentlichkeitsarbeit)
Tel.: 07071 601-777
E-Mail: presse-kyb(at)tuebingen.mpg.de


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Das Max-Planck-Institut für biologische Kybernetik forscht an der Aufklärung von kognitiven Prozessen auf experimentellem, theoretischem und methodischem Gebiet. Es beschäftigt rund 300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus über 40 Ländern und hat seinen Sitz auf dem Max-Planck-Campus in Tübingen. Das MPI für biologische Kybernetik ist eines der 82 Institute und Forschungseinrichtungen der Max-Planck-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften e.V.


Bewegungssimulator am Max-Planck-Institut für biologische Kybernetik: Die Forscher untersuchen die Verarbeitung von visuellen Informationen im Gehirn, wie sie beispielsweise bei realistischen Flugsimulatoren entstehen. Bild: Julia Mihatsch / Max-Planck-Institut für biologische Kybernetik.

Bewegungssimulator am Max-Planck-Institut für biologische Kybernetik: Die Forscher untersuchen die Verarbeitung von visuellen Informationen im Gehirn, wie sie beispielsweise bei realistischen Flugsimulatoren entstehen. Bild: Julia Mihatsch / Max-Planck-Institut für biologische Kybernetik.