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02.02.2016 By: Christina Bornschein

Alzheimer-Früherkennung im Kernspintomografen

Klaus Scheffler erhält eine Förderung der Alzheimer Forschung Initiative e.V.


Tübingen, 02. Februar 2016. Die Alzheimer Forschung Initiative e.V. (AFI) unterstützt mit 73.000 Euro ein Projekt zur Alzheimerfrüherkennung von Prof. Klaus Scheffler, Leiter der Abteilung Hochfeld-Magnetresonanz am Max-Planck-Institut für biologische Kybernetik und Direktor der Abteilung Biomedizinische Magnetresonanz an der Universität Tübingen. In dem Projekt sollen Alzheimer-Patienten mittels Magnetresonanztomografie (MRT) im ultrahohen Magnetfeld untersucht werden.

 

Trotz vieler Fortschritte in der Alzheimer-Diagnostik erweist sich die so wichtige Früherkennung als schwierig: Bisher konnte mittels Magnetresonanztomografie hauptsächlich die bereits fortgeschrittene Krankheit diagnostiziert werden. Prof. Klaus Scheffler vom Max-Planck-Institut für biologische Kybernetik in Tübingen und Prof. Andrew Webb vom Leiden University Medical Center (Niederlande) planen nun, dieses bildgebende Verfahren auch für die Alzheimer-Frühdiagnostik zu entwickeln. Die AFI fördert das Projekt „Hochaufgelöste MRT-Bildgebung zur Früherkennung der Alzheimer-Erkrankung“ bis 2017 mit 73.000 Euro. Die niederländische Partnerorganisation ISAO schießt weitere 7.000 Euro zu.

 

Die Alzheimer-Krankheit ist eine fortschreitende Gehirnleistungsstörung, die bis zu 20 Jahre vor dem Auftreten der eigentlichen Symptome beginnt. Eine frühe Diagnose bringt daher viele Vorteile: Die Behandlung kann frühzeitig beginnen und damit Lebensqualität erhalten. Außerdem können Menschen, die in einem frühen Stadium diagnostiziert werden, wichtige Dinge noch alleine regeln und für die Zukunft vorsorgen. Bislang ist eine Frühdiagnose mit den derzeit verfügbaren diagnostischen Verfahren aufwändig und führt nicht immer zu einem eindeutigen Ergebnis.

 

MRT-Bildgebung zur Frühdiagnose nutzen

 

Im ultrahohen Magnetfeld von 9,4 Tesla ist eine entsprechend hohe Auflösung der Hirnstrukturen möglich. Hoch genug, um auch feinste Veränderungen im Gehirn der Patienten nachzuweisen: die Alzheimer-typischen Amyloid-Plaques oder geringe Änderungen der Eisenkonzentration. „Wenn wir diese ersten Anzeichen von Alzheimer sichtbar machen können, wäre eine zuverlässigere Früherkennung möglich“, ist sich Klaus Scheffler sicher. Die Patienten sollen in Zusammenarbeit mit der Klinik für Psychiatrie und der Abteilung für Neuropathologie der Universität Tübingen untersucht werden.

 

Bevor sich die Forscher auf die Spurensuche im Gehirn begeben können, müssen sie jedoch noch ganz andere Herausforderungen bewältigen: Bei den hochempfindlichen Messungen im ultrahohen Magnetfeld führt jede kleinste Bewegung der Patienten zu störenden Artefakten. Um die nur 50-100 µm kleinen Amyloid-Plaques trotzdem nachweisen zu können, kooperiert die Gruppe um Klaus Scheffler eng mit Wissenschaftlern vom MPI für Intelligente Systeme - gemeinsam mit Dr. Gisela Hagberg und Dr. Alexander Loktyushin aus der Abteilung von Prof. Bernhard Schölkopf arbeiten sie daran, die Messmethode für die Alzheimer-Früherkennung nutzbar machen.

 

Förderungen durch die Alzheimer Forschung Initiative e.V.

 

Die gemeinnützige Alzheimer Forschung Initiative e.V. (AFI) fördert Forscher, die an neuen Diagnoseverfahren für die Alzheimer Krankheit arbeiten. Die geförderten Forschungsprojekte werden von internationalen Experten ausgewählt. Da die Ursache für Alzheimer immer noch nicht geklärt ist, ist vor allem Grundlagenforschung von entscheidender Bedeutung.

 

Bis heute konnte die AFI insgesamt 177 Forschungsaktivitäten mit über 7,7 Millionen Euro unterstützen. Das Ziel ist, mit den geförderten Projekten dazu beizutragen, dass neue Diagnose- und Therapiemöglichkeiten entstehen, die das Leben der Betroffenen und Angehörigen verbessern.

 

Weitere Informationen:

Opens external link in new windowAbteilung für Hochfeld-Magnetresonanz

Opens external link in new windowAlzheimer Forschung Initiative e.V.

 

Ansprechpartner:

Prof. Klaus Scheffler

E-Mail: klaus.scheffler[at]tuebingen.mpg.de

 

Christina Bornschein (Presse- & Öffentlichkeitsarbeit)

Tel.: 07071 601-777

E-Mail: presse-kyb[at]tuebingen.mpg.de

 

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Das Max-Planck-Institut für biologische Kybernetik forscht an der Aufklärung von kognitiven Prozessen auf experimentellem, theoretischem und methodischem Gebiet. Es beschäftigt rund 300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus über 40 Ländern und hat seinen Sitz in Tübingen. Das MPI für biologische Kybernetik ist eines der 82 Institute und Forschungseinrichtungen der Max-Planck-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften e.V.


Prof. Klaus Scheffler, Leiter der Abteilung Hochfeld-Magnetresonanz am MPI für biologische Kybernetik (C)Joeg Abendroth / Max-Planck-Institut für biologische Kybernetik, Tübingen

Prof. Klaus Scheffler, Leiter der Abteilung Hochfeld-Magnetresonanz am MPI für biologische Kybernetik (C)Joeg Abendroth / Max-Planck-Institut für biologische Kybernetik, Tübingen