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21.03.2016 By: Marlen Brachthäuser

EU fördert bessere Bildgebung bei psychischen Krankheiten

Hoch dotierte europäische Auszeichnung geht an Nachwuchswissenschaftlerin aus Tübingen


Tübingen, 22.03.16. Der Europäische Forschungsrat (ERC) hat Anke Henning vom Max-Planck-Institut für biologische Kybernetik in Tübingen mit dem renommierten ERC Starting Grant ausgezeichnet. Für die Umsetzung ihres Forschungsvorhabens erhält die Wissenschaftlerin 1,5 Millionen Euro für die nächsten fünf Jahre. Ziel des prämierten Projekts ist es, Stoffwechselvorgänge im ganzen Gehirn gleichzeitig und mit einer guten räumlichen und zeitlichen Auflösung sichtbar zu machen. Dadurch können die Veränderungen im Hirnstoffwechsel etwa bei depressiven Patienten untersucht werden.  

Mit ihrer Forschungsgruppe „MR-Spektroskopie und Ultra-Hochfeld-Methodologie“ entwickelt Anke Henning neue Methoden, um die Bildgebung bei psychiatrischen und neurologischen Krankheiten zu verbessern. Dafür macht sie sich die Vorteile von Magnetresonanztomografen mit besonders hohem Magnetfeld zu Nutze. Mit den entwickelten Methoden will die Gruppe beispielsweise die Wirkung von Medikamenten in der Behandlung psychiatrischer Krankheiten untersuchen. So ist bislang kaum bekannt, warum bestimmte Medikamente bei einigen depressiven Patienten wirken und bei anderen nicht. Zudem fehlen verlässliche diagnostische Kriterien, die den Therapieerfolg vorhersagen. 

Mit dem ERC Starting Grant wird Anke Henning ihre Forschergruppe um weitere internationale Experten erweitern. Gemeinsam wollen sie daran arbeiten, Stoffwechselvorgänge im menschlichen Gehirn in einer nichtinvasiven Art und Weise und ohne Strahlenbelastung sichtbar zu machen. So können beispielsweise die Veränderungen im Hirnstoffwechsel bei depressiven Patienten untersucht werden. „Wir hoffen, dass unsere Forschung es Patienten in Zukunft einmal ermöglicht, von Anfang an die wirksamste Behandlung zu erhalten“, so Henning. 

Umfangreiche Forschungsförderung 

Der Projektantrag konnte sich im europaweiten Wettbewerb um die Starting Grants durchsetzen, in dem nur jeder zehnte von 2920 Anträgen angenommen wurde. Mithilfe der Starting Grants sollen vielversprechende Nachwuchswissenschaftler aus Europa gefördert werden, um ihnen früh die eigenständige wissenschaftliche Arbeit zu ermöglichen. Ein Forschungsvorhaben von Anke Henning zur Früherkennung von Depression und Multipler Sklerose in Zusammenarbeit mit sechs weiteren europäischen Partnern wird bereits im Rahmen des Programms „Horizon 2020“ von der EU mit 3,2 Millionen Euro gefördert. 

Anke Henning ist seit 2012 Forschungsgruppenleiterin in der Abteilung für Hochfeld-Magnetresonanz am Max-Planck-Institut für biologische Kybernetik. Sie betreibt Grundlagenforschung im Bereich der Magnetresonanzspektroskopie – eine Bildgebungsmethode, die Stoffwechselvorgänge im menschlichen Körper mit Hilfe eines Kernspintomografen sichtbar machen kann. Zuvor studierte sie Physik an der TU Chemnitz und der State University of New York in Binghampton, USA. Ihre Dissertation schloss sie 2008 an der ETH Zürich ab, wo sie seither Projektleiterin im Bereich MR-Spektroskopie ist.

 

Weitere Informationen:

Weiteres EU-Projekt: Verbesserung der klinischen Diagnostik von neurologischen und psychiatrischen Krankheiten 
Forschungsgruppe „MR-Spektroskopie und Ultra-Hochfeld-Methodologie“

 

Ansprechpartner: 

Anke Henning
Tel.: 07071 601- 723
E-Mail: anke.henning(at)tuebingen.mpg.de 

Christina Bornschein (Presse- & Öffentlichkeitsarbeit)
Tel.: 07071 601-777
E-Mail: presse-kyb@tuebingen.mpg.de

 

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Das Max-Planck-Institut für biologische Kybernetik forscht an der Aufklärung von kognitiven Prozessen auf experimentellem, theoretischem und methodischem Gebiet. Es beschäftigt rund 300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus über 40 Ländern und hat seinen Sitz auf dem Max-Planck-Campus in Tübingen. Das MPI für biologische Kybernetik ist eines der 82 Institute und Forschungseinrichtungen der Max-Planck-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften e.V.


Anke Henning leitet die Forschungsgruppe "MR-Spektroskopie und Ultra-Hochfeld-Methodologie" (C) Max-Planck-Institut für biologische Kybernetik

Anke Henning leitet die Forschungsgruppe "MR-Spektroskopie und Ultra-Hochfeld-Methodologie" (C) Max-Planck-Institut für biologische Kybernetik