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29.03.2016

Tübinger Hirnforscher erhält höchste griechische Auszeichnung

Die Akademie von Athen ehrte den Tübinger Neurowissenschaftler Nikos Logothetis für seine Forschungsarbeit


Tübingen, 29. März 2016. Die Akademie von Athen verlieh Nikos Logothetis, Direktor am Max-Planck-Institut für biologische Kybernetik in Tübingen, ihren Preis für Exzellenz in der Wissenschaft und würdigte seine bedeutsame Arbeit auf dem Feld der Neurowissenschaften. Die festliche Verleihung des Preises fand am 24. März 2016 in Athen statt. Grund für die Auszeichnung sei die wichtige Forschung von Logothetis an den neuronalen Grundlagen der Gehirnfunktionen, die der menschlichen Wahrnehmung zugrunde liegen. 

Seine Pionierarbeiten hätten erstmalig gezeigt, dass das Konzept des Bewusstseins mit einer Schnittstelle in der Hirnrinde, dem Assoziationskortex, verknüpft sei. Der Hirnforscher sei zudem international für seinen großen Beitrag zur Erforschung der Beziehung von wichtigen bildgebenden Verfahren und der entsprechenden Aktivierungen von Neuronen bekannt, so die Akademie. 

Der Preis gilt als die höchste griechische Auszeichnung im Bereich der Wissenschaften. Die Akademie von Athen, zentrale wissenschaftliche Einrichtung in Griechenland und führende Trägerin außeruniversitärer akademischer Forschung, vergibt den Preis jährlich in drei Bereichen: Der Sektion der Wissenschaften, der Sektion der Literatur und Bildenden Künste sowie der Sektion der Ethik- und Politikwissenschaften. 

Neurowissenschaftliche Forschung am Max-Planck-Institut 

Nikos Logothetis leitet seit 1997 die Abteilung „Physiologie kognitiver Prozesse” als Direktor am Max-Planck-Institut für biologische Kybernetik in Tübingen. Zudem ist er Fakultätsmitglied der Universität Manchester in England und Honorarprofessor im Fachbereich Biologie der Universität Tübingen. 

Die Abteilung „Physiologie kognitiver Prozesse” forscht zur visuellen Kognition, akustischen Wahrnehmung und multisensorischen Integration. Dabei sind besonders die Plastizität des Gehirns und die Neuromodulation von Interesse. Parallel zu diesen Studien entwickelte die Abteilung bildgebende Methoden, die es ermöglichen, zeitgleich die Aktivität des gesamten Gehirns per Magnetresonanztomografie (MRT) und die Aktivität einzelner Nervenzellen durch Ableitungen in der Hirnrinde zu messen. Eingesetzt werden sie, um die Funktion, die Netzwerke und die Neurochemie der Gehirne von nichtmenschlichen Primaten und von Ratten zu erforschen. 

Logothetis studierte zunächst Mathematik und Biologie an den Universitäten Athen und Thessaloniki in Griechenland, bevor er in humaner Neurobiologie an der Ludwig-Maximilians-Universität in München promovierte. Es folgten Forschungsaufenthalte am Massachusetts Institute of Technology (MIT) und am Baylor College of Medicine, bevor er nach Tübingen als Direktor an das Max-Planck-Institut für biologische Kybernetik wechselte. 

 

Weitere Informationen 
Akademie von Athen
Forschungsabteilung „Physiologie kognitiver Prozesse“ von Prof. Nikos Logothetis am MPI für biologische Kybernetik 

 

Ansprechpartner: 

Christina Bornschein (Presse- & Öffentlichkeitsarbeit)
Tel.: 07071 601-777
E-Mail: presse-kyb@tuebingen.mpg.de

 

Druckfähige Bilder erhalten Sie von der Presse- und Öffentlichkeitsabteilung. Bitte senden Sie uns bei Veröffentlichung einen Beleg. 

Das Max-Planck-Institut für biologische Kybernetik forscht an der Aufklärung von kognitiven Prozessen auf experimentellem, theoretischem und methodischem Gebiet. Es beschäftigt rund 300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus über 40 Ländern und hat seinen Sitz auf dem Max-Planck-Campus in Tübingen. Das MPI für biologische Kybernetik ist eines der 82 Institute und Forschungseinrichtungen der Max-Planck-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften e.V. 


Der Generalsekretär der Akademie von Athen, Vassilios Petrakos, überreichte den Preis für Exzellenz in der Wissenschaft an Hirnforscher Nikos Logothetis (C) Theodoros Anagnostopouloi

Der Generalsekretär der Akademie von Athen, Vassilios Petrakos, überreichte den Preis für Exzellenz in der Wissenschaft an Hirnforscher Nikos Logothetis (C) Theodoros Anagnostopouloi