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20.10.2017 Von: Sarah Hailer

Christiane Nüsslein-Volhard - Kreativität, Elan und unbefristete Hingabe an die Biologie

Nobelpreisträgerin Christiane Nüsslein-Volhard feiert heute ihren 75. Geburtstag.


Tübingen, 20.10.2017. Christiane Nüsslein-Volhard wird am heutigen Freitag 75 Jahre alt.  Die Nobelpreisträgerin leitet derzeit eine Emeritus-Forschungsgruppe am Max-Planck-Institut für Entwicklungsbiologie in Tübingen und erforscht molekulare und genetische Grundlagen von Farbmustern am Modellorganismus Zebrafisch. 2016 erhielt sie dafür den begehrten Advanced Grant des Europäischen Forschungsrats (ERC), der langfristig Projekte fördert, die ehrgeizige Ziele verfolgen, unkonventionelle Methoden erfordern und in ihrem Gebiet wegbereitend sind.

Am 20. Oktober feiert Christiane Nüsslein-Volhard ihren 75. Geburtstag.  Mit unveränderter Leidenschaft für die Forschung, Energie und wissenschaftlichem Ehrgeiz leitet sie ihre Emeritus-Forschungsgruppe am MPI für Entwicklungsbiologie in Tübingen. Christiane Nüsslein-Volhard erhielt 1995 den Nobelpreis für Medizin oder Physiologie für ihre Arbeit zur Embryonal-entwicklung bei der Fruchtfliege. Sie war von 1985-2015 Direktorin am Max-Planck-Institut für Entwicklungsbiologie in Tübingen.

In ihrem aktuellen Projekt „Danio pattern“ untersucht sie die Bildung von Farbmustern bei Zebrafischen (Danio rerio) und die Vielfalt der Muster von verwandten Arten. „ Farbmuster spielen in der Evolution eine ganz zentrale Rolle, da sie bei vielen Tieren für soziale Interaktionen wichtig sind, also zum Beispiel bei der Partnerwahl, beim Erkennen von Artgenossen oder zum Schutz vor Fressfeinden. Trotzdem ist bisher wenig bekannt, wie sie während der Entwicklung entstehen“, erklärt Nüsslein-Volhard. Die Zebrafische, mit ihren speziellen Farb-Musterungen, sind ideal, um diese Fragestellung zu beantworten. „Wenn wir herausfinden, welche Gene dafür verantwortlich sind, dass sich diese Vielfalt an Mustern in den Fischen bildet, sind wir einen großen Schritt weiter um zu verstehen, wie Biodiversität entsteht.“, erklärt Nüsslein-Volhard.

Auch wenn sich nach wie vor viel im Leben von Christiane Nüsslein-Volhard um ihre wissenschaftliche Forschung dreht, so doch längst nicht alles. Mit der von ihr gegründeten Stiftung hilft sie Wissenschaftlerinnen mit dabei, Karriere und Familie unter einen Hut zu bekommen. Und neben all dem, bleibt auch noch Zeit für ihre Hobbys unter anderem dem Singen – mit und ohne Publikum,  dem Musizieren mit ihrer Familie und dem Schreiben von Büchern für an der Entwicklung von Tieren interessierten Menschen, in verständlicher Sprache.  Ein Projekt, auf das sie - die es trotz wenig Zeit liebt mit Gästen und gutem Essen zu feiern - besonders stolz ist, ist ihr 2006 erschienenes Kochbuch „Mein Kochbuch: einfaches zu besonderen Anlässen“.

Zur Person

Christiane Nüsslein-Volhard war 1985-2015 Direktorin am Max-Planck-Institut für Entwicklungsbiologie in Tübingen. Seit 2015 leitet sie als emeritierte Direktorin die Forschungsgruppe „Musterbildung“. Für ihre Entdeckungen von Genen, die die Entwicklung von Tier und Mensch steuern, sowie den Nachweis von gestaltbildenden Gradienten im Fliegenembryo hat sie zahlreiche Auszeichnungen, Ehrendoktorate und Preise erhalten, unter anderem den Leibnizpreis der Deutschen Forschungsgemeinschaft (1986), den Albert Lasker Award (1991), und den Nobelpreis für Medizin (1995). Sie ist Mitglied der Royal Society, England, der National Academy, USA, der Académie Francaise und des Ordens Pour le mérite (Kanzlerin seit 2013). Sie war Mitglied zahlreicher Gremien, unter anderem dem Senat der Max-Planck-Gesellschaft, dem Nationalen Ethikrat (2002-2007) und dem Wissenschaftlichen Rat des ERC.

Ansprechpartner:

Christiane Nüsslein-Volhard
Tel.: 07071 601- 489
E-Mail: office-cnv(at)tuebingen.mpg.de

Sarah Hailer (Pressereferentin)
Tel.: 07071 601- 444
E-Mail: presse-eb(at)tuebingen.mpg.de

Über uns

Der Max-Planck-Campus Tübingen beherbergt die Max-Planck-Institute für Entwicklungsbiologie, biologische Kybernetik und Intelligente Systeme/Standort Tübingen sowie das Friedrich-Miescher-Laboratorium. Insgesamt arbeiten und forschen rund 700 Personen auf dem Campus. Seine Institute sind Teil der 80 Forschungseinrichtungen der Max-Planck-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften e.V.

Das Max-Planck-Institut für Entwicklungsbiologie betreibt Grundlagenforschung auf den Gebieten der Biochemie, Molekularbiologie, Genetik sowie Zell- und Evolutionsbiologie. Es beschäftigt rund 350 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und hat seinen Sitz auf dem Max-Planck-Campus in Tübingen. Das MPI für Entwicklungsbiologie ist eines der 80 Institute und Forschungseinrichtungen der Max-Planck-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften e.V. 


Christiane Nüsslein-Volhard (Bild: momentum-photo.com/MPI für Entwicklungsbiologie Tübingen)