Dr. Friederike Christ

Tierärztin am Max-Planck-Institut für Entwicklungsbiologie

Als Tierärztin hat man es nicht nur mit Kuscheltieren zu tun
Über die Anforderungen und Aufgaben einer Tiermedizinerin

Friederike Christ ist Tierärztin und arbeitet am Max-Planck-Institut für Entwicklungsbiologie als Tierhausleiterin. Nach ihrem Studium der Tiermedizin an der LMU München schloss sie ihre Dissertation an der Medizinischen Universität in Innsbruck ab. Während dieser Zeit verschaffte sie sich auch einen tieferen Eindruck, was es bedeutet, Wissenschaftler*in zu sein. Das hilft ihr besonders bei der Zusammenarbeit mit den wissenschaftlichen Gruppen am Institut weiter, wenn es um Forschungsexperimente geht.

Schon als Kind wollte Friederike Christ Tierärztin werden. Daran hielt sie auch fest, nachdem sie später, während ihres Studiums und nach Abschluss ihrer Dissertation, Einblicke in die wissenschaftliche Laufbahn erhielt. Am Max-Planck-Institut für Entwicklungsbiologie hat sie nun beides. Sie kann die praktische Arbeit als Tiermedizinerin mit aktuellen Fragestellungen ihrer wissenschaftlichen Kolleg*innen verbinden.

Friederike Christ stellt aber auch klar, dass weder das Studium, noch der Beruf ein Spaziergang seien. Tierliebe sei eine Voraussetzung, den Job überzeugend und verantwortungsvoll zu tun. Studienanwärter*innen müssen sich darauf einstellen, mit einer breiten Vielfalt an Tieren und ihren Erkrankungen zu tun zu haben, zu denen nicht nur die Kuscheltiere zählen.

Interview mit Dr. Friederike Christ

WANN UND WARUM HAST DU DICH FÜR EINE KARRIERE IN DER WISSENSCHAFT ENTSCHIEDEN?

Den Wunsch, Tierärztin zu werden, hatte ich schon als Kind. Mit etwa zwölf Jahren begann ich in der Praxis meiner Patentante mitzuarbeiten. Nach einem Praktikum am Deutschen Krebsforschungszentrum während meines Studiums fasste ich den Entschluss, mich der Versuchstierkunde zu widmen. Nach dem Studium habe ich während der Doktorarbeit noch ein paar Jahre rein wissenschaftlich gearbeitet und auch meine Freude daran gehabt. Trotzdem habe ich mich nach der Doktorarbeit gegen eine rein wissenschaftliche Karriere entschieden.

AUF WAS FÜR HÜRDEN/HINDERNISSE BIST DU AUF DEINEM KARRIEREWEG GESTOSSEN UND WIE HAST DU DIESE ÜBERWUNDEN

Das Tiermedizinstudium an sich ist sicherlich eines der schwierigsten Studiengänge in Deutschland. Schon ab der zweiten Woche des Studiums hat man wöchentliche Testate. Dazu kommen das Physikum und drei Staatsexamina. Weiterhin gibt es viele Praktika. Um das Tiermedizinstudium zu schaffen, braucht man viel Durchhaltevermögen und Disziplin. Ein typisches Studentenleben habe ich nicht erlebt.

WAS WÜRDEST DU ANDEREN FRAUEN EMPFEHLEN, DIE EINEN ÄHNLICHEN WEG GEHEN WOLLEN?

Wenn man Tiermedizin studieren will, muss man sich vorher gut überlegen, ob man das wirklich will. Mir wurde immer gesagt, dass es sehr anstrengend sein wird, dass man elf Semester lang nur lernt und viele Prüfungen hat. Ich habe es nicht geglaubt und doch es kam ganz genau so. Man muss sich bewusst sein, dass es nicht ausreicht, Tiere gern zu haben. Es ist zwar eine Voraussetzung, aber man hat in den wenigsten Fällen mit kleinen Hundewelpen oder kuscheligen Kaninchen zu tun. Die Tiere, die zu einem kommen sind in der Regel krank, sind vielleicht auch nicht so „sauber“ und es kann auch immer sein, dass man sie nicht mehr retten kann. Je nach Fachgebiet kann es auch sein, dass von vornherein klar ist, dass es keine Kuscheltiere sind.