Jennifer Smuda

Postdoktorandin am Max-Planck-Institut für biologische Kybernetik

Jennifer Smuda arbeitet als Postdoktorandin am Max-Planck-Institut für biologische Kybernetik (MPIBC).

Als Jugendliche bewunderte sie, dass Forschung zu Fortschritt und einer Verbesserung der Welt beitragen kann. Der Wunsch, ihren Beitrag dazu zu leisten und die Lebensbedingungen von Menschen zu verbessern, brachte sie dazu, sich für eine Karriere im naturwissenschaftlichen Bereich zu entscheiden. Nach einem Bachelorstudium in Life Sciences absolvierte sie daher noch ein Masterstudium in Molecular Cell Biology and Neurobiology an der Technischen Universität Kaiserslautern.

Nach einem Semester als Gastwissenschaftlerin an der Universität Princeton kam sie 2015 schließlich ans MPIBC und ans Werner Reichardt Centrum für Integrative Neurowissenschaften, wo sie 2019 ihre Promotion abschloss. Sie erforscht die Funktionen des Gehirns in verschiedenen Spezies mit Hilfe einer breitgefächerten Methodik.

Jennifer Smuda ist noch immer von dem Wunsch inspiriert, anderen zu helfen. Ihre Energie und Motivation zieht sie aus gelebter Solidarität und der Freude, ihr Wissen an andere weiterzugeben und sie auf ihrem Weg zu unterstützen.

 

Interview mit Dr. Jennifer Smuda

Was waren die entscheidenden Momente in Deiner beruflichen Laufbahn? Wann und warum hast Du Dich zum Beispiel für eine Karriere in der Wissenschaft entschieden?

Ich habe mich nach dem Abitur für ein wissenschaftliches Studium entschieden, da es bereits damals beim Bedürfnis war, Menschen zu helfen. Dieses Ziel wollte ich durch akademische Forschung verwirklichen. Entscheidende Momente, die mich unter anderem dazu motiviert haben bis zum Ende der Promotion - zehn Jahre nach Beginn des Bachelor Studiums - durchzuhalten, erlebte ich beim Mentorieren von Schüler*innen und Student*innen. Mein Wissen weiterzugeben, Wege aufzuzeigen und jungen, interessierten Köpfen die Wissenschaft näher zu bringen war in vielerlei Hinsicht bereichernd, erfreulich und ermutigend.

Auf welche Hürden und Hindernisse bist Du auf Deinem Karriereweg gestoßen und wie hast Du diese überwunden?

Die Hindernisse, die ich zu überwinden hatte, waren die, mit denen viele Frauen konfrontiert werden. Neben Leistungsdruck, Stress und hohen Erwartungen musste ich mit Vorurteilen und alteingefahrenen Strukturen umgehen, vor allem während des Studiums. Mit viel Arbeit, Ehrgeiz und Stärke waren sie jedoch zu überwinden. Auch wenn dies viel Kraft kostete, bin ich heute froh, mich in einer Position zu befinden, in der ich versuchen kann, das System zu verändern und die Umstände für nachkommende Wissenschaftler*innen zu verbessern.

Was war Deine Motivation, ein naturwissenschaftliches Studium bzw. einen naturwissenschaftlichen Beruf zu ergreifen?

Der Wunsch Menschen zu helfen war die wohl größte Motivation, die mich in die Wissenschaft gebracht hat. Mich haben bereits als Jugendliche großartige Wissenschaftler*innen inspiriert, die die Welt verändert und verbessert haben und auch ich wollte gerne meinen kleinen Teil dazu beitragen das Wissen der Menschheit zu vergrößern, Fortschritt voranzutreiben und somit zu helfen.

Wie stellst Du Dir Deinen weiteren beruflichen Werdegang vor? Und wie sind diese Vorstellungen mit Deinem Privatleben vereinbar, z.B. was Kinder und Familie betrifft?

Nach mehr als zehn Jahren in der akademischen Forschung zieht es mich nun weg von der Laborbank, hin zu einem Weg, der es mir ermöglicht, mein Wissen anzuwenden. Mein Fokus liegt darauf, das Studium und die Promotion und somit die beruflichen Lebenswege kommender Generationen von Forscher*innen zu verbessern. Gerne würde ich einen Großteil der von mir und meinen Kolleg*innen festgestellten Hürden zumindest teilweise abbauen und die weltweit vorliegenden Hindernisse gezielt angehen.

Was würdest Du anderen Frauen empfehlen, die einen ähnlichen Weg gehen wollen?

Mein Tipp hier gilt eigentlich für jeden, ob man sich für die Wissenschaft entscheidet oder nicht: Macht das, was euch interessiert, für das ihr brennt. Macht euer Ding und glaubt an euch! Seid dabei mutig, seid fordernd, seid wissbegierig und seid offen. Nehmt Hilfe und Unterstützung an und seid gleichzeitig bereit, sie großzügig zu verteilen und findet dadurch Gleichgesinnte. Denn ein Weg, ganz gleich wie lang oder schwer dieser ist, ist immer einfacher zu gehen, wenn man ihn nicht alleine geht. Also helft euch untereinander, unterstützt euch und seid füreinander da, egal was ihr vorhabt.