Die Christiane Nüsslein-Volhard-Stiftung erhält renommierte Auszeichnung

Die nach der Nobelpreisträgerin benannte und gegründete Stiftung wurde von der Deutschen Universitätsstiftung (DUS) und dem Stifterverband als Wissenschaftsstiftung des Jahres ausgezeichnet.

1. April 2025

Der Deutsche Hochschulverband (DHV) verlieh am Montag, den 31. März, im Rahmen der "Gala der Deutschen Wissenschaft" sechs Preise. 300 Gäste aus Universitäten, Politik und Gesellschaft nahmen an der festlichen Veranstaltung im Konzerthaus in Berlin teil. Die Auszeichnung "Wissenschaftsstiftung des Jahres" ist mit 5000 Euro dotiert.

Text: Peggy Groß, StifterVerband

Wissenschaftsstiftung des Jahres

Auch Professorin und Nobelpreisträgerin Christiane Nüsslein-Volhard erhielt eine Auszeichnung: Ihre im Jahr 2004 gegründete Stiftung wurde von der Deutschen Universitätsstiftung und dem Stifterverband als "Wissenschaftsstiftung des Jahres" ausgezeichnet. Die Christiane Nüsslein-Volhard-Stiftung fördert begabte Frauen mit Kindern auf dem Berufsweg zur Wissenschaftlerin. Eine funktionierende Kinderbetreuung sei hierzulande nach wie vor nicht gegeben, erzählte Nüsslein-Volhard im Rahmen der Preisverleihung aus dem Alltag der unterstützten Wissenschaftlerinnen. Ausländische Stipendiatinnen meldeten zudem zurück, dass weibliche Forschende gerade in Deutschland, Österreich und der Schweiz Vorurteilen ausgesetzt seien: "Es wird Frauen immer noch übelgenommen, wenn sie trotz Kindern weiterhin ehrgeizig ihre Karriere verfolgen." Die Christiane Nüsslein-Volhard-Stiftung setze mit ihrer Arbeit Maßstäbe, an denen sich andere Stiftungen, Stifterinnen und Stifter orientieren könnten, so die Jury. Verbunden mit der Auszeichnung ist ein Preisgeld von 5.000 Euro. 

„Wissenschaftsstiftung des Jahres 2025“: Christiane Nüsslein-Volhard-Stiftung

https://www.youtube.com/watch?v=zoahut8dc70

Die CNV-Stiftung

Die CNV-Stiftung wurde im Jahr 2004 von Prof. Dr. Christiane Nüsslein-Volhard ins Leben gerufen. Die vielfach ausgezeichnete Biologin hat 1995 als erste Frau in Deutschland den Nobelpreis für Physiologie oder Medizin für ihre bahnbrechenden Erkenntnisse über die genetische Steuerung der Embryonalentwicklung bei Fruchtfliegen erhalten. Sie forschte am Max-Planck-Institut für Entwicklungsbiologie in Tübingen (jetzt Max-Planck-Institut für Biologie Tübingen genannt). Mit der nach ihr benannten Stiftung hat sie es sich zur Aufgabe gemacht, begabten Frauen mit Kindern den Berufsweg zur Wissenschaftlerin zu erleichtern. Über finanzielle monatliche Zuschüsse in Höhe von 500 Euro, sollen junge Mütter von häuslichen Aufgaben und Kinderbetreuung entlastet werden, um mehr Zeit für ihre wissenschaftliche Qualifizierung und Profilierung zu erhalten. Die CNV-Stiftung konzentriert ihre Förderung dabei auf hervorragende Doktorandinnen und Postdoktorandinnen in Fächern der experimentellen Naturwissenschaften und der Medizin, die an einer deutschen Universität oder Forschungseinrichtung forschen. Über 20 Jahre hat sie rund 300 wissenschaftliche Talente unterstützt, aber auch miteinander vernetzt und ermutigt.

Obwohl die Vereinbarkeit von Familie und Beruf geschlechtsunabhängig eine Herausforderung darstellt, lehrt die Erfahrung, dass es in Deutschland in der Wissenschaft eher Frauen sind, die angesichts der Alternativen Beruf oder Familie die Karriere zurückstellen. Trotz allmählicher gesellschaftlicher Veränderungen ist daher weitgehend unverändert der Zusammenhang zu beobachten: Je höher die Position in der Wissenschaft, desto niedriger fällt der Frauenanteil aus. Die Nobelpreisträgerin Christiane Nüsslein-Volhard will dies ändern. Deshalb engagiert sie sich für Frauen in der Spitzenforschung. So hat sie als Direktorin am Max-Planck-Institut zwei Gruppenleiterinnen darin unterstützt, den ersten Institutskindergarten in Tübingen zu gründen. Mit ihrer Stiftung, für die sie mit der gegenwärtigen Präsidentin des Europäischen Forschungsrats, Prof. Dr. Maria Leptin, eine weitere prominente Mitstreiterin gefunden hat, führt sie diesen pragmatischen Ansatz systematisch fort.

"Kind und Karriere in der Wissenschaft sind möglich, wenn jungen Müttern der Rücken gestärkt und ihnen unter die Arme gegriffen wird", heißt es in der Auszeichnungsbegründung der DUS und des Stifterverbandes. "Die CNV-Stiftung findet sich nicht damit ab, dass talentierte Wissenschaftlerinnen der Forschung verloren gehen, weil sie mit der Doppelbelastung von Kind und Karriere nicht zurechtkommen. Stattdessen sorgt sie mit ihren Unterstützungsangeboten für wirksame Abhilfe. Mit ihrem vorbildlichen Engagement setzt sie Maßstäbe, an denen sich andere Stiftungen, Stifterinnen und Stifter orientieren können."

 

 

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